Styrocutter mit Heißdraht selbst bauen

Wofür braucht man einen Styrocutter? Bei vielen Modulen entsteht die Landschaft aus geschäumten Polystyrol, als XPS, Styropor® oder feinporigeres Styrodur® bekannt. Das Material lässt sich sehr gut bearbeiten, ist einfach zu kleben, ist stabil und leicht. Die herkömmliche Methode das Styrodor mit der Säge oder einem Messer zu schneiden, ist kraftaufwändig und erzeugt vor allem viele Krümel, die durch ihre elektrostatische Aufladung überall hängen bleiben.

In der Werbetechnik ist es seit langem üblich mit einem heißen Draht aus Styroporplatten Buchstaben zu schneiden. Der Draht ist auf der einen Seite auf einem Tisch befestigt und wird von einem Bügel senkrecht nach oben gehalten. Die Styroplatte wird auf dem Tisch von Hand hin- und herbewegt und so die Buchstaben ausgeschnitten. Solche fertigen Styrocutter kann man für 50 bis 100 Euro kaufen. Wenn man allerdings ein passendes Netzteil geht es auch günstiger.

Für die Anwendung im Modellbau finde ich einen Styrocutter mit Handbügel, den man über den Modulrohbau ziehen kann, viel praktischer.

Gesamtansicht Styrocutter
Gesamtansicht des Bügels

Der Draht wird von einem Bügel aus einem Rest Aluflachprofil stramm gehalten. Ich verwende Widerstandsdraht aus Konstantan mit 0.25mm Durchmesser und 10 R/m, wie er bei Elektronikversendern für rund 5 Euro erhältlich ist. Der von mir gekaufte Draht war lackiert, so dass ich ihm an den Enden blank kratzen musste. Alternativ kann man einen alten Hochlastwiderstand „schlachten“. In den eckigen Keramikhüllen steckt meisten ein Wickel aus Konstantandraht.

An den Enden wird der Schneidedraht von Flügelmuttern gequetscht, eine Seite muss isoliert werden, für die Andere benutze ich den Bügel als Zuleitung.

Styrocutter Schneidedraht Befestigung
Befestigung des Drahts ohne Isolation

Die Isolation habe ich mit einem Stück Platine hergestellt

Isolierte Einspeisung Styrocutter
Die isolierte Einspeisung von einer Seite.
Einspeisung andere Seite
Die isolierte Einspeisung von der anderen Seite

Fehlt nur noch eine ausreichen dimensionierte Zuleitung und ein Labornetzteil zur Stromversorgung. Für den Anschluss verwende ich Lautsprecherkabel. Ich verwende ein Netzteil, das eine Stromregelung besitzt, das bedeutet, dass man den Strom und nicht die Spannung einstellt. Wenn ich am Netzteil einstelle, dass z.B.1 A fließen soll, dann stellt das Netzteil die dazu passende Spannung ein. Damit lässt sich die gewünschte Arbeitstemperatur besser einstellen. Ich arbeite bei 1,5 bis 2 A. Je nach Drahtlänge, Material usw. kann der benötigte Strom aber durchaus deutlich davon abweichen.

Labornetzteil als Stromquelle
Das verwendete Netzteil mit der Stromquelle

Die Temperatur ist am besten durch Versuche zu ermitteln, dazu schrittweise die Stromstärke erhöhen.

Ein Testschnitt
Beim Testschnitt

Der Draht darf nicht glühen, er muss vielmehr gerade so heiß sein, dass der Kunststoff schmilzt, ohne dass zu viel verbrennt und giftige Gase entstehen. Ganz ohne „kokeln“ geht es leider nicht, bitte immer gut lüften!

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