Am Bahnhof, da kennt man sie.
So fängt eine Strophe des Schlagers „Zwei kleine Italiener“ an, den Conny Froboess 1962 sang. Nun soll es nicht um den „D-Zug nach Napoli“ gehen, sondern um zwei gedeckte Güterwagen aus Italien, die mit ihren typischen Spitzdächern für Abwechselung auf den Modellgleisen sorgen.
Die Modelle des Typ F 28 und 29 wurden von Schnellenkamp 2022 in verschiedenen Ausführungen und Beschriftungen geliefert. Zwei haben den Weg zu mir gefunden und es sind sehr schöne Modelle geworden. Verbesserungswürdig ist an den Wagen kaum etwas, darum zeige ich ein paar einfach Schritte zur Alterung von Modellen.
Vorbereitung der Italiener
Die beiden Wagen bekommen Schraubenkupplungen und die angesetzten Zettelkästen werden vorsichtig entfernt. Danach werden die Wagen mit der Airbrush mit mattem Klarlack von Bergwerks grundiert, der einen Tag durchtrocknen sollte.
Die Radsätze sind von mir im eingebauten Zustand mit einem Q-Tipp entfettet worden. Das waren schon alle Vorbereitungen.
Die Alterung
Zur Alterung der Italiener habe ich Acryl und Panpastel-Farben genutzt. Im ersten Schritt werden mit einem feinen Pinsel die Bremsklötze und die Blattfedern in einem kräftigen Orangeton dünn angemalt. Keine Sorge, die Farbe bleibt nicht so krass. Details, wie die Laufschiene der Türrollen, bekommen etwas Metallic-Farbe „Oily Steel“.

Mit Kajalstift …
Das Spitzdach der Italiener bildet ein helles Metall, vermutlich Aluminium, nach. Das Dach wollte ich nur dezent altern. So habe ich die Nietreihen mit einem Metallic-Aqarellstift „Gunmetal“ von AK nachgezogen und auch die Seiten etwas eingefärbt. Sollte etwas schief gehen: Kein Problem, der Stift ist wasserlöslich.

Der zweite Italiener soll ein etwas dunkleres Dach bekommen, so verteile ich die Farbe mit einem feuchten Wattestäbchen.

… und Puderdose
Jetzt kann ich den Wagen mit Trockenfarben von „Pan Pastell“ Altern, dazu trage ich die Farben mit einem sehr weichen, etwa fünf Millimeter großen Rundpinsel auf. Diesen tupfe ich nur ganz leicht auf die Farbe, nicht drücken oder reiben, sonst ist zu viel Puder im Pinsel. Bei krümeligem Puder habe ich die aufgenommene Farbe leicht auf etwas Papier verteilt. Nun kann man die Farbe auf den Wagen pinseln. Dabei immer pro Arbeitsschritt nur wenig Farbe verteilen und dafür häufiger neue Farbe aufnehmen. Zwischendurch habe ich die Zettelkästen und Bremsschäuche montiert.

Vier Farbtöne reichen schon aus. Einen dunklen Rostton für Fahrwerk, Ecken und zum Abstumpfen der unteren Wagenteile. Ein braunen Erdton für Staub und Schmutz, ein dunkles Grau für Schmutz, Kanten und zum betonen von Strukturen. Schließlich noch ein helles Beige um ausgeblichenen Lack und hellen Staub nachzubilden. Ist mal zu viel Farbe auf dem Wagen gelandet kann diese mit einem harten Borstenpinsel wieder entfernt werden.

Die Dächer bekommen ein wenig braunen Staub und etwas helles Beige, aber nur sehr dezent.

Bei der Alterung hat man es schnell übertrieben, darum besser mal eine Pause machen oder ein Foto vom Vorbild zum Vergleich nehmen.
Das Finale
Nun können die Radsätze mit einem matten Rostton mit dem Pinsel versehen werden. Den Farbton kann man nach Gefühl aus einem dunklen Rotbraun, Orange und Beige mischen. Die Führungen der Radsatzlager bekommen von mir noch ihr Fett in Form von glänzendem Schwarz und etwas schwarz-bräunlichem Klarlack ab.
Die Bremsanlage und den Unterboden wird noch dünn mit der Airbrush behandelt, um den Flugrost zu imitieren. Da die Pulverfarbe nicht grifffest ist, habe ich den ganzen Wagen nochmals mit dem extramatten Klarlack gründlich eingenebelt.
Die Kreideanschriften können mit einem weißen Trockenmarker, zum Beispiel den Lumocolor von Staedler, angeschrieben werden.
